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15.12.2009
Von: gr
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Isaac Bashevis Singer

Singer, eigentlich Isaac Hersch Zynger wurde Ende 1902 in einem Dorf in der Nähe von Warschau als Sohn eines Rabbiners geboren. Sein genaues Geburtsdatum ist unklar. Als er 6 Jahre alt ist, ziehen die Eltern in die Krochmalnastraße im jüdischen Armenviertel von Warschau. 1917 zieht Singer mit seiner Mutter und seinen Brüdern nach Bilgoraj, wo er im Schtetl in der traditionellen Lebensform der polnischen Juden aufwächst. Dies wird lebenslang sein literarisches Thema bleiben.

Mit 19 Jahren beginnt Singer eine Ausbildung zum Rabbiner, die er jedoch nach einem Jahr abbricht. Er beginnt zu schreiben, als ihm sein älterer Bruder Israel Joshua Singer eine Stelle als Korrektor verschafft. Sein erster Roman "Satan in Goraj" wird in Fortsetzungen veröffentlicht.

1935 ermöglicht ihm wiederum sein älterer Bruder die Einreise in die USA. Er arbeitet dort vorwiegend für die jiddische Zeitung "Forverts" und veröffentlicht Kurzgeschichten und Romane. Es dauert allerdings weitere 18 Jahre, bis er allgemein bekannt wird. Dazu verholfen hat ihm vor allem die Übersetzung seiner Kurzgeschichte "Gimpel der Narr" durch Saul Bellow.

Singer schrieb auf Jiddisch, überarbeitete die Übersetzungen ins Englische aber dann sorgfältig (er bezeichnete diese Versionen als "zweites Original"). 1974 erhält er den National Book Award für "Feinde, die Geschichte einer Liebe", und 1978 den Literatur-Nobelpreis "für seine eindringliche Erzählkunst, die mit ihren Wurzeln in einer polnisch-jüdischen Kulturtradition universale Bedingungen des Menschen lebendig werden lässt" (so die Begründung für die Preisvergabe).

Singers Thema und Quelle der Inspiration ist das Leben im osteuropäischen Judentum - Armut, Verfolgung, wahre Frömmigkeit einerseits, Aberglaube andererseits. Durch seine Werke hat er mitgeholfen, diese verlorene Welt und ihre Sprache, ihre Traditionen, Legenden, Mythen und Erinnerungen lebendig zu erhalten.

Singer starb 1991 in Miami, Florida.

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Foto: © The Nobel Foundation

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