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19.02.2010 |
Coco - unsere Freundin auf den Kanaren |
Willy war ein Kettenhund in dem Dörfchen auf den Kanaren, wo wir wohnten. ![]() Er war der Teufel in Hundegestalt, bellte wie verrückt, fletschte die Zähne und riss wie wild an der Kette, wenn man am Grundstück vorbei ging, das er bewachte. Leider musste ich jeden Morgen an diesem Grundstück vorbeigehen, um die Wasserpumpe für die Siedlung anzuschalten. Und jedes Mal wurde Willy verrückt. Aber Gottseidank war er an der Kette, die ihn davon abhielt, sich auf mich zu stürzen. Eines Tages musste es so kommen, wie ich es befürchtet hatte: Willy riss sich von der Kette los, als ich vorbei ging und setzte mit einem Satz über das Mäuerchen, das um das Grundstück gezogen war. Schon stand er vor mir und ehe ich überhaupt denken konnte, griff er mich an und biss mich in den Arm, den ich zur Abwehr erhoben hatte. ![]() Ich war früher im Schäferhundeclub die Person, auf die die Hunde trainingshalber los gehen sollten, bis der Besitzer sie zurück pfiff. Man nannte das den Figuranten. In der Hundeerziehung war das ein wichtiger, aber nicht beliebter Posten. Ich kannte also das Verhalten angreifender Hunde und konnte mich deshalb wehren. Mit dem mitgeführten Stock schlug ich auf das Tier ein, bis er von mir abließ und hatte fortan wirklich Angst vor diesem Teufel. Jeden Morgen ging ich mit einem flauen Gefühl an dem Grundstück vorbei und schaute, ob der Hund wieder von der Kette war. Das war kein guter Beginn des Tages und ich hasste meinen Weg zur Pumpe und meine Angst. Ich, der ich immer ein Hundekenner und –freund war, der nie Angst vor Hunden hatte. Eines Tages stellte ich fest, dass unter unserem Treppenaufgang eine wild lebende Canary Hündin 5 Junge geworfen hatte, weil sie diesen Ort als willkommenen Unterschlupf gefunden hatte. Sie war sehr fürsorglich zu ihrem Nachwuchs, nährte ihn auch brav, hatte aber selbst nichts zu fressen und zu saufen. So gaben wir ihr eine Decke, Nahrung und Wasser und nannten sie Coco, denn der Name unserer Siedlung war Los Cocoteros. Wir nahmen sie gern als Wachhund auf. Jeden Morgen begleitete mich Coco zur Wasserpumpe und ich konnte gelassen an dem Grundstück vorbei gehen, in dem Willy hauste, denn ich hatte ja jetzt einen Schutzhund bei mir. Und wenige Tage später passierte es tatsächlich: Willy war wieder von der Kette los, stürzte über die Mauer und griff an. Coco stürzte ihm entgegen und versetzte ihm tiefe Bisse in Hals und Brust, so dass Willy sich jaulend und blutend verzog. Von Stund an konnte ich an dem Grundstück vorbei gehen, Willy verzog sich jedes Mal blitzschnell in eine Hausecke, wenn er Coco und mich sah. Das war der Dank von Coco und ich bedaure es noch heute, dass ich diesen wunderbaren Hund nicht mit nach Deutschland nehmen konnte. |


