Ein kleiner Vulkan, weit draußen auf einer Meeresinsel gelegen, legt mit seinem Ascheregen die halbe Welt lahm: die Kanzlerin Merkel muss auf der Rückreise aus Amerika in Bozen übernachten und mit dem Auto heim fahren, die Stände auf den wichtigen Messen BAUMA und Hannover Messe sind zum Teil nicht besetzt, weil das Personal nicht anreisen konnte, in München gehen in den Edelfresstempeln die kanadischen Hummer aus und die Bänder bei BMW stehen still, Schloss Neuschwanstein kann ohne stundenlange Wartezeiten besichtigt werden, weil die Chinesen und Japaner ausbleiben und ein Bäcker in Füssen verkauft 1500 Stück Semmeln täglich weniger an Hotels, weil die Gäste fehlen.
Eine der erfolgreichsten Autofabriken dieser Welt, TOYOTA, gerät wegen eines Bremspedals in größte Absatzschwierigkeiten und verliert seinen guten Ruf als Qualitätsführer im Autobau; Banken, die vor kurzem noch nach Milliardenhilfe des Staates gerufen haben, machen wieder Milliardengewinne, in 3 Monaten!
Ein Staat hat seinen Eintritt in die Europäische Gemeinschaft mit Betrug erschlichen, um seine Misswirtschaft zu vertuschen und wird nun mit fremden Geldern gerettet. Alle Staaten, die die Gelder für die Rettung bereitstellen müssen, sind Habenichtse geworden, die kaum noch ihre Schlaglöcher auf den Straßen reparieren können.
Im Kino können wir uns einen Spielfilm „Avatar“ in 3 D anschauen, der künstliche Menschen in der Natur zeigt. Sensationell! In der Natur draußen, vor unserer Tür, könnten wir uns Vögel, Schmetterlinge, Blütenbäume und blauen Himmel in Natur, Farbe und 3 D anschauen, müssten kein Geld bezahlen und bräuchten keine Sorge haben, ob unser Gehirn virtuelle Manipulationen im Kino schadlos übersteht.
Die größte Ölpest der Geschichte, bei der täglich ca. 180.000 l Öl ins Meer fließen, weil eine Bohrinsel explodiert ist, verseucht tausende Quadratkilometer Strand und vernichtet wertvolle Ökosysteme. Vorsorge gegen solche möglichen Katastrophen wurden natürlich nicht getroffen; jetzt rätselt man, wie man die Bohrlöcher schließen kann.
Manchmal denke ich daran, wie die Welt früher war: Einigermaßen verlässlich und begreifbar, zwar oft für den Einzelnen fordernd und hart, aber immer überschaubar. Wir wurden von Informationen verschont, die nur Unruhe und Unsicherheit bringen, aber keinen wirklichen Informationsgehalt haben. Keiner weiß wirklich, was morgen sein wird. Das war eigentlich schon immer so, aber „gefühlt“ haben wir das eben nicht.
Die Natur macht sowieso mit uns was sie will, aber dass wir auch noch selbst an der Unsicherheit des Lebens mitwirken, zeigt doch, dass wir in der Rangfolge der intelligenten Lebewesen ziemlich weit unten stehen.
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