"Teilnahme ist wichtiger als Sieg", dachte sich der Frosch und schaltete den Fernseher ab. Schluss mit dem faulen Herumsitzen! Bewegung! Jetzt wird Sport gemacht. Ab morgen wird trainiert.
Und wirklich: Schon kurz nach Sonnenaufgang sprang er ins Wasser seines Tümpels, schwamm mit kräftigen Stössen seiner muskulösen Schenkel eine Bahn nach der nächsten, ganz ohne zwischendurch mal eben nach einer Fliege zu schnappen. Nein, das verkniff er sich. Er war ganz bei der Sache.
Dann trainierte er Weitsprung. Erst von einem Seerosenblatt bis zum nächsten. Dann vom Seerosenblatt bis zum Tümpelrand. Dann umgekehrt, vom Festland auf ein Blatt. Da war der Absprung fester, und er konnte weiter springen. Ein tolles Gefühl!
Schon bald merkte der Frosch, wie seine Schenkel an Umfang zunahmen. Bald fühlte er sich fit für die Olympiade. Aber in welcher Disziplin sollte er antreten? Das war eine schwere Entscheidung. Darüber musste er nachdenken.
Und wie er so auf seinem Seerosenblatt sass und grübelte, stülpte sich platsch! aus heiterem Himmel ein Netz über ihn. Unsanft aus seinen Gedanken gerissen, fand er sich alsbald in den feuchten Händen eines Gourmets wieder, dem beim Anblick seiner durchtrainierten Froschschenkel bereits das Wasser im Munde zusammenlief.
Den Rest der Geschichte kann man sich denken. Aber sie ist so grausam, dass ich sie lieber nicht erzählen möchte. Es kam viel Knoblauch drin vor. |