Marktstudien hatten ergeben, dass Frösche bessere Absatzchancen hätten, wenn sie nicht grün, sondern rot wären und schwarze Punkte trügen. Versuche, Frösche mit Marienkäfern zu kreuzen, schlugen vorerst fehl. Mit dem Ergebnis, nämlich roten Heuschrecken mit Froschaugen, waren die Forscher nicht zufrieden. "Wir arbeiten daran", sagten sie. "Die Gentechnik steht ja erst am Anfang."
Daher werden nun die Frösche in einer chinesischen Fabrik von Hand bemalt. Diese Fliessbandarbeit wird von Zweierteams ausgeführt, die aus chinesischen Landmädels bestehen. Sie werden eigens dafür in die Stadt importiert, leben in kasernenartigen Wohnsilos und haben ein streng geregeltes Leben mit wenig Freizeit. Während die erste Frau ("Flau Lot") den Frosch rot bemalt, setzt die zweite ("Flau Schwalz") die schwarzen Tupfer auf. Jeweils nach einer Stunde wechseln die beiden die Rollen. Diese Massnahme wurde vom "Betriebskomitee für fortschrittliches Arbeiten" entwickelt und steigert die Produktion im Schnitt um 8,3 Prozent.
Auf die Frage, ob es nicht unethisch sei, Frösche einfach anzumalen, antwortete der Konzernsprecher von "Lotflosch & Cie", er fände diese Prozedur auch nicht schlimmer als die Haltung von Hühnern in Legebatterien mit künstlich gekürztem Tageslichtrhythmus. Wo sei da der Unterschied? |