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01.06.2010 |
Schöne Schlösser und Städte in Tschechien (Südböhmen) |
Ein Abstecher zu unseren Nachbarn in Tschechien lohnt sich immer, denn dort findet man eine weitgehend unberührte Natur, kleine Bäche, die sich mäandernd durch Blumenwiesen winden, schöne Mischwälder mit kräftigen Bäumen und immer wieder dazwischen schöne Städte und Dörfchen. ![]() Eine besonders sehenswerte Stadt ist sogar zum Weltkulturerbe ernannt worden: Cesky Krumlov (Böhmisch Krumau) an der Vltava (Moldau), die hier eine Schleife um die Stadt zieht. Das Schloss Cesky Krumlov ist nach der Prager Burg die zweitgrößte Anlage mit 10 ha Ausdehnung. Die Mantelbrücke ist ein besonderes Bauwerk, das 1767 als dreigeschossiger Verbindungsgang geschaffen wurde. Der Maler Egon Schiele richtete sich 1911 ein Atelier in Krumau ein, musste aber schon bald wieder die Stadt verlassen, da er wegen seiner Bilder angefeindet wurde. Ein Egon Schiele Art Zentrum zeigt neben seinen Bildern auch Ausstellungen moderner Kunst. Eine lustige Besonderheit ist eine Kanurutsche in der Moldau; von einer Brücke aus lässt sich sehr schön beobachten, wenn die Kanuten diese Wasserrutsche befahren und meistens im Strudel am Ende der Rutsche ins Wasser fallen. ![]() Ein Bummel durch die Gassen versetzt einen in alte Zeiten. Hier finden sich historische Gaststätten neben Antiquitätenläden, schöne Plätze und Fassaden. Ein Mühlrad dreht sich und schmiedeeiserne Gitter und alte Türen mit den schweren Beschlägen ergänzen das historische Bild einer mittelalterlichen Kleinstadt. ![]() In die alte Stadtmauer nahe der Moldau ist ein Café integriert. Es macht Spaß, hier zu sitzen und bei einem duftenden Cappucino dem Treiben in der Stadt zuzuschauen. Gemächlich fließt die Moldau unter der nahen Brücke durch und vermittelt Ruhe und Beschaulichkeit. ![]() Wenn man die schöne Stadt Cesky Krumlov ungern verlassen hat, dann stößt man nicht weit davon auf ein sehr gut hergerichtetes Straßendorf namens Holasovice. Dieses Dörfchen aus dem 19. Jahrhundert vermittelt ein Bild des dörflichen Lebens vor weit über 100 Jahren. Eine Ausstellung der bäuerlichen Gerätschaften, funktionierende Ziehbrunnen vor den Häusern und kleine bäuerliche Wirtschaften mit landestypischen Gerichten runden den Charme dieses Dorfes ab. ![]() Ein weiterer sehenswerter Ort ist Ceske Budejovice oder Budweis. Unwillkürlich denkt man an das berühmte Budweiser Bier, das ab 1895 in der Brauerei Budweiser Budvar gebraut wurde. Der Marktplatz ist mit 133 m Seitenlänge einer der größten Plätze in Tschechien. Er ist von schönen Gebäuden eingerahmt, deren Fassaden wieder original hergerichtet wurden. ![]() Hier ist das Rathaus zu sehen mit seiner schönen architektonischen Gestaltung und Fassade. ![]() Die Familie Schwarzenberg hat in Südböhmen umfangreiche Ländereien gehabt und war sehr einflussreich. Dies reicht bis in die heutige Zeit: Der ehemalige Außenminister von Tschechien, Fürst Schwarzenberg, hat bei den Parlamentswahlen 2010 eine neue Partei gegründet und kam auf Anhieb auf 16%. In Trebon steht das beeindruckende Schloss der Schwarzenbergs mit einem sehr schönen Park und einer bekannten Brauerei "Bohemia Regent", gegründet im 14. Jahrhundert . Das Grabmal mit der Fürstengruft ist ein beeindruckendes Bauwerk, das aufgrund seiner soliden und architektonisch gekonnten Bauweise seit seiner Einweihung bisher nicht restauriert werden musste. Obwohl das Grabmahl in einer Teichlandschaft mit hohem Grundwasserstand liegt, wurde es so geschickt erbaut, dass das Grundwasser nicht an die Fundamente kommt und Belüftungskanäle das Kondenswasser ableiten und so für eine konstante, niedrige Temperatur und Trockenheit in der Gruft sorgen. ![]() Ein weiteres Beispiel für die erstaunlich durchdachte Bauweise: das Bauwerk ist aus Ziegeln errichtet, wurde aber völlig mit Platten verkleidet. Diese Platten wurden in feuchtem Zustand mit Gänsefederkielen bzw. mit Schilfrohr mit Löchern versehen. Daher bröckelt nichts ab oder zeigt Spuren von Nässe oder Verwitterung. Oberhalb der Pfeilerverzierung sieht man die grobere Lochung mit Schilfrohr, unterhalb die feinere Lochung mit dem Gänsefederkiel. Eine wahrhaft bewundernswerte Handarbeit, die viel Geduld und Mühe erfordert hat und noch heute wie neu aussieht. Ein überzeugendes Ergebnis phantastischer Handwerksarbeit. In der Gruft sind die Särge der Familienmitglieder aufgereiht. Teilweise sind die original Grabschleifen der Kränze erhalten. Das Kreuz über dem Altar ist aus einem Block istrischen Marmors gehauen und die Altardecke ist mit 2,3 Kilogramm Goldfäden durchwirkt. |
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