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16.07.2010
Von: Franz G
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Der Wetterfrosch (auf Stufe 18)

Ein Frosch, beschäftigt beim Wetterdienst, kletterte Tag für Tag eine Stufe höher, bis er ganz oben angekommen war. Dort blieb er sitzen und rührte sich erst einmal nicht mehr.

Das Wetter wurde Stufe für Stufe besser; es wurde schön und schöner, warm und wärmer, der Himmel blau und bläuer, wolkenlosiger mit jedem Tag. Erst verschwand die erste Wolke, dann die zweite, und schliesslich die letzte.

So blieb es.

Die Sonne schien.
Und schien.
Und schien.
Und schien ...

Nachts kühlte es nicht mehr ab. Mensch und Tier wurden immer schlaffer, mut- und kraftloser. Sie schliefen schlecht bis gar nicht, wurden reizbar und launisch, aber zu wirklichen Aggressionen fehlte ihnen die Energie.

"Wenn es doch nur regnen würde", dachten alle. Regen, Abkühlung - das war der sehnlichste Wunsch weit und breit.

Aber der Frosch blieb auf der obersten Stufe sitzen. Nicht freiwillig: Auch er war ein Opfer der Hitze. Er hatte einfach nicht mehr die Kraft, hinunterzuklettern. Nicht einmal eine Stufe.

"Es hat noch immer geregnet", sagten die Experten. "Man muss nur warten. Es kann nicht mehr lang dauern."

Aber es regnete nicht. Es blieb heiss. Die Erde trocknete aus. Die Bäche versiegten, die Flüsse versandeten, die Seen wurden erst schlammige Tümpel, dann rissiger Lehm. Der Meeresspiegel sank.

Die Felder verdursteten. Der Wald wurde zu Zunder und fing Feuer. Das fachte den Wind an, zur Bö, zur Brise, zum Sturm, zum Orkan. Staub und Feuer, Asche und glühende Funken rasten im Feuersturm um die Welt.

Und als der Sturm das Wetterbüro erreichte und in den Grundfesten erschütterte, die Mauern zum Einsturz brachte, da fiel auch das Glas mit dem Frosch um. Er fiel und fiel, und siehe:

Der Sturm legte sich. Die ersten Wolken bildeten sich, Gott weiss, woher. Wurden dicker und schwärzer, ballten sich zusammen, wurden schwer und nass und platzten und ergossen ihren Inhalt in dicken Tropfen auf die ausgedörrte Erde. Sieben Tage und Nächte regnete es, ununterbrochen, ohn' Unterlass sozusagen. Das Meer füllte sich allmählich wieder auf. Ebbe und Flut fingen an, hin und her zu schaukeln. Die letzten Fischlein krochen aus dem Schlamm, zappelten und schwammen los. Langsam aber sicher kam alles wieder in Gang.

Natürlich dauerte es eine Weile. Ein paar hunderttausend Jahre?

Na wenn schon. Darauf kommt es der Ewigkeit doch gar nicht an.

 

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