Suchen


Kategorien

>>> HOMEVeoVeo auf englischMy Life WikiVeoVeo Image Archive HörgeschichtenAfrikaAmerikaArchitektur & BaukunstAsienBiografienBücherEin Tag in ...EuropaFotosFreizeitFroschgeschichtenKunst & KulturKurzgeschichtenLiteraturMenschenMosaiksteinchenReiseReligionTiere, Pflanzen, NaturWer war's?Wissenschaft

VeoVeo Artikel

Wollen Sie diesen Artikel hören? Klicken Sie auf den Player!

 

28.08.2010
Von: Franz G
Missbrauch melden

Die Stunde der Wahrheit (Froschgeschichte #22)

Franz, der arme Musiklehrer mit der Nickelbrille, tapste zögernd ein paar Töne in die Tasten. Ihm wollte partout nichts einfallen. Der grosse Wurf, die Sinfonie, das Oratorium - ihn ihm war Stille. Nicht einmal ein simples Lied kam ihm in den Sinn. Tabula rasa. Der Gipskopf mit der Beethoven-Mähne auf dem Klavier schaute ihn herablassend an. Zuckte sein Mundwinkel? Schien er nicht zu sagen: Na, Fränzken? Wat is nu? Nu zeich mal, watte kannst!

Und während er so kleinherzig klimperte, hörte er ein plötzlich plitsch platsch platsch - ein Fröschlein lugt durch die Türritze, faltig, fett und warzenbedeckt, glotzt ihn mit offenem Breitmaul an, und Franz denkt mit gelindem Schreck: Igittigitt, wer mag das sein? Meine Muse? Eine Prinzessin? Muss ich dieses Ipfuideibel jetzt etwa küssen?

Gedankenfetzen: Stunde der Wahrheit, Chance deines Lebens, verpasst, ergriffen? Jetzt oder nie? Mutig oder Memme? Und der betrunkene Finne fällt ihm ein, der ihn in Zürich ins "Schnägglihuus" eingeladen und gesagt hat, ach was, durch das Lokal gebrüllt hat er: "Wenn du keine Schnecke isst, dann bist du kein Mann!" Und alle Augen waren auf ihn gerichtet, zum ersten und einzigen Mal in seinem Leben ...

Zum Glück gab es auch Bündnerfleisch.


Das Schneckenbild geht auf ein Foto von macrophile zurück.

Interessieren Sie sich für Schnecken? Klicken Sie hier!

 

 

Ihr Kommentar zu diesem Beitrag:

 

Ihre Signatur:
Ihr Kommentar: