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16.09.2009
Von: gr
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Fermats letzter Satz

Von Simon Singh
Übersetzt von Klaus Fritz

Im Jahre 1637 legte der französische Amateurmathematiker Pierre de Fermat seinen Kollegen eine Knacknuss ins Nest, an der sie bis 1994 zu knabbern hatten. In sein Mathematikbuch schrieb er neben den jedem Oberschüler vertrauten Satz des Pythagoras folgende Bemerkung:

"Cubum autem in duos cubos, aut quadratoquadratum in duos quadratoquadratos, et generaliter nullam in infinitum ultra quadratum potestatem in duos eiusdem nominis fas est dividere. Cuius rei demonstrationem mirabilem sane detexi. Hanc marginis exiguitas non caperet."

Anders gesagt: a² + b² = c² hat schon Pythagoras bewiesen. Aber für Zahlen grösser als 2 funktioniert das nicht. Nie. Behauptete jedenfalls Fermat, und bemerkte dazu: "Ich habe hierfür einen wahrhaft wunderbaren Beweis gefunden, doch ist der Rand hier zu schmal, um ihn zu fassen."

Diese Gemeinheit liess Mathematiker nicht ruhen, für 358 Jahre. Neben zahllosen Hobbymathematikern versuchte sich alles, was Rang und Namen in der Zahlentheorie hatte, ohne Erfolg an diesem Beweis. 1994 jedoch gelang es dem britischen Mathematiker Andrew Wiles, die Fermatsche Vermutung zu beweisen. "Das Bemerkenswerteste an diesem Beweis ist wohl die Tatsache, dass ihn nur ein sehr geringer Anteil der Zahlentheoretiker vollständig versteht. Er ist ein Stück modernste algebraische Zahlentheorie," schreibt Wikipedia dazu (Nov. 2008).

Über ein solches Thema ein Buch zu schreiben, das auch mathematische Laien verstehen und sogar mit Genuss lesen können, scheint ein unmögliches Unterfangen zu sein. Aber Simon Singh hat es geschafft, anscheinend sogar mühelos und ohne irgendwem (ausser sich selbst, vermutlich) Kopfzerbrechen zu bereiten. Das Buch liest sich leicht und gut, ist sogar richtig spannend - was unter anderem auch an der Dramatik liegt, mit der Andrew Wiles fast gescheitert wäre. Singh bringt uns dazu, dass wir mit dem einsamen Mathematiker hinter den heruntergelassenen Rolläden mitfiebern und ihm die Daumen drücken, dass er es doch noch schafft, den Fehler in seinem Beweis zu finden.

Ein wunderbares Buch über das Schicksal der Menschen, aus denen die Geschichte der Mathematik besteht.

ISBN 978-3423330527
kartoniert/broschiert
368 Seiten

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