Suchen


Kategorien

>>> HOMEVeoVeo auf englischMy Life WikiVeoVeo Image Archive HörgeschichtenAfrikaAmerikaArchitektur & BaukunstAsienBiografienBücherEin Tag in ...EuropaFotosFreizeitFroschgeschichtenKunst & KulturKurzgeschichtenLiteraturMenschenMosaiksteinchenReiseReligionTiere, Pflanzen, NaturWer war's?Wissenschaft

VeoVeo Artikel

12.03.2012
Von: rd
Missbrauch melden

Konzentrationslager Auschwitz und Birkenau

Wir sind in Polen und wissen aus der Geschichte, was wir Deutschen während des Naziregimes dort beim Holocaust verbrochen haben.
Deshalb fahren wir nach Auschwitz und Birkenau zu den Vernichtungslagern. Wir wollen die Wahrheit über dieses grauenvolle Geschehen nicht nur aus Büchern und Filmen erfahren, was gewesen ist, sondern direkt erleben, wo diese unvorstellbaren Verbrechen geschehen sind.

Es sind viele internationale Gruppen da, und es gibt daher die Führungen in allen Sprachen. Man bekommt einen Aufkleber für die Kleidung, zu welcher Gruppe man gehört. Wir bekommen den Aufkleber „Deutsch“. Ich habe ein komisches Gefühl, dass jetzt alle wissen, dass ich Deutscher bin.
Bilde ich mir nur ein, dass jetzt die Besucher aus anderen Nationen uns Deutsche in Kenntnis der Geschichte besonders mustern?

Dann beginnt die Führung. Wir gehen durch das Tor „Arbeit macht frei“, das ich so oft auf Bildern gesehen habe und betreten beklommen das Lager.

Die Details des Gesehenen kann man nicht beschreiben; es ist zu grauenhaft, was wir Deutschen dort angerichtet haben. Alle Gesichter der Besucher sind bleich und ernst.

In den Häusern des Lagers sind u.a. Dinge zu sehen, die man den Gefangenen weggenommen hat: Unmengen von Koffern, Brillen, Schuhen, Essgeschirren, usw.

Eine Gruppe von israelischem Militär ist auch dort und ich sehe, wie sich eine Soldatin fassungslos auf den Boden setzt und hemmungslos heult, als sie sieht, dass Abertausende von Kinderschuhen in einem Raum aufgeschichtet sind, die den getöteten Kindern gehört haben.
Auch ich kann meine Tränen nicht zurückhalten.

Wir sehen in 2 Stunden Rundgang die Lebensbedingungen der Häftlinge, die Folterzellen, den Hinrichtungsplatz, die Krematorien und viele Dinge mehr, die unvorstellbar grausam gewesen sind.
Um nur einen Eindruck wieder zu geben: man kann dort 2 Tonnen Haare sehen, die den Häftlingen abgeschnitten wurden, ehe sie in die Gaskammern geführt wurden.
Unglaublich, unvorstellbar.

Dann ist die Führung beendet und wir fahren mit einem Shuttlebus zum Vernichtungslager Birkenau, wo auf über 260 Hektar Baracken aufgebaut waren.

Die arbeitsfähigen Häftlinge waren dort bis zu ihrem Tod auf´s Schlimmste untergebracht, in unvorstellbar schlechten hygienischen und unter unwürdigsten Verhältnissen.

Die sogenannte Selektionsrampe ist 700 m lang; dort wurden die in Viehtransportwagen auf mehreren Gleisen ankommenden Häftlinge „selektiert“, das heißt in arbeitsfähig und nicht arbeitsfähig eingeteilt. Wer nicht arbeitsfähig war, wurde sofort in die Gaskammern geschickt. Das waren etwa 70 % der Neuankömmlinge, darunter alle Kinder.

Es war schwer auszuhalten, mit soviel Brutalität, Unmenschlichkeit und der Perfektion des Tötens konfrontiert zu werden und es ist ein Eindruck, der nicht mehr auszulöschen ist.
Da wird einem tief schmerzlich klar, welche Schuld das deutsche Volk auf sich geladen hat, und ich verspürte ein Gefühl tiefer Scham, diesem Volk anzugehören, das so etwas getan hat.

Tiefes Durchatmen, als ich die Stätte des Grauens verlassen konnte. Kein Elektrozaun und keine Wachmannschaften hinderten mich, wieder in ein normales Leben einzutauchen.
Welches Glück im wahrsten Sinne des Wortes, nicht zu den armen Opfern gehört zu haben, die ohne Schuld und grundlos diese Leiden auf sich nehmen mussten und denen das Leben sinnlos auf so schreckliche Weise genommen wurde!




Interessieren Sie sich für Auschwitz? Klicken Sie hier!

 

 

Ihr Kommentar zu diesem Beitrag:

 

Ihre Signatur:
Ihr Kommentar: